Die Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden stellt eine Herausforderung für die Praxis und Forschung dar

Insights zur Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden

Aufsichtsratsvorsitzende sind zu wichtigen Kommunikatoren für Unternehmen geworden. In der Vergangenheit war die externe Kommunikationsfunktion stark eingeschränkt. Dies hat sich verändert. Zum einen durch die Aufnahme des Investorendialogs in den Deutschen Corporate Governance Kodex im Frühjahr 2017 und zum anderen durch die steigenden Anforderungen von Stakeholdern. Neben Publizitätspflichten ist ein freiwilliger Dialog mit Investoren oder Journalisten immer häufiger zu beobachten.

Dabei war jedoch lange unklar, wie die Aufsichtsratsvorsitzenden selbst, aber auch die Investor-Relations- und Public-Relations-Verantwortlichen mit der Herausforderung einer aktiveren Kommunikation umgehen – und wie diese Kommunikation konkret umgesetzt wird.

Die Insights auf den folgenden Seiten basieren auf einer umfangreichen Studie, die einmalige Einblicke in die Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden börsennotierter Unternehmen bietet. Deren komplexe kommunikative Rolle wird dabei erstmals systematisch erschlossen.

Dabei kann festgehalten werden: Die Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden stellt eine Herausforderung für die bisherige Forschung zu Kommunikationsmanagement und strategischer Kommunikation dar. Eine zugrunde liegende Annahme der Forschung ist, dass Kommunikation einen Wertbeitrag zu den Unternehmenszielen beisteuert und die Kommunikationsstrategie und -ziele aus der Unternehmensstrategie abgeleitet wird.

Dieses Verständnis kann jedoch nicht auf die Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden übertragen werden.

Der Aufsichtsrat nimmt eine besondere Rolle im dualistischen System der Unternehmensführung ein. Einerseits ist das Gremium ein zentrales Organ des Unternehmens und Aufsichtsratsvorsitzende agieren als Sprecher des Gremiums und damit für Unternehmen. Andererseits bedingt die Überwachungsaufgabe des Aufsichtsrats aber eine neutrale, unabhängige Position. Der Aufsichtsrat überwacht die Umsetzung der Unternehmensstrategie, ist jedoch aufgrund der Arbeitsteilung mit dem Vorstand nicht für die Umsetzung zuständig und untersteht ihr damit nicht. Vielmehr setzt er mit seiner Entscheidungskompetenz die Grenzen für das Handeln des Vorstands.

Die umfassende Analyse der Kommunikation zeigt: Das Kommunikationsmanagement für die Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden steht noch am Anfang. Sowohl die Analyse, Planung als auch Evaluation der Kommunikation sind inkonsistent und lückenhaft. Die Herstellung von Transparenz sowie die Beziehungspflege mit internen und externen Anspruchsgruppen stellen die zentralen Ziele für die Kommunikation dar. Eine Kommunikationsordnung für den Aufsichtsrat kann eine Grundlage für das Kommunikationsmanagement darstellen.

Anforderungen von Stakeholdern

Wer sind relevante Stakeholder und welche Anforderungen stellen sie an die Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden?

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Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden

Mit welchen Stakeholdern kommunizieren Aufsichtsratsvorsitzende wie oft und in welcher Form?

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Rolle von Investor Relations und Public Relations

Welche Rolle spielen die Investor Relations und Public Relations der Unternehmen für die Kommunikation von Aufsichtsratsvorsitzenden?

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